Christian Voigt ist der Geschäftsführer von LIMITEES.COM einem Streetwearshop mit vielen Indielabels und einem sehr feinem Sortiment an stylischen Shirts und Hoodies.

LIMITEES

Max: Hi Christian, freut mich, dass du Zeit hast für ein Interview.
Als Betreiber von LIMITEES.COM war die Weihnachtszeit sicher stressig für dich oder?

Christian: Schon – und ich muss ehrlich zugeben, dass wir das ein bisschen unterschätzt haben. Uns gibt es ja erst seit Sommer 2007 und wir konnten beim besten Willen nicht sagen, wie das an Weihnachten laufen würde.

Zum Glück haben wir hier einige helfende Hände gehabt, die mit uns Tag und Nacht gepackt haben. Cool war, dass auch viele Sachen ins europäische Ausland gegangen sind, vor allem nach UK, Frankreich und Skandinavien. Also haben wir Gas gegeben und uns bei Glühwein die Nächte um die Ohren gehauen. Ich weiß noch genau, dass ich am 23.12. um neun ins Bett gefallen bin und von fluchenden Paketfahrern und weinenden Praktikanten in viel zu großen Revolution-T-Shirts geträumt habe…

Max: Freut mich, dass es so gut läuft für euch. Ihr verkauft viele Sachen von, zum größten Teils kleinen, unbekannten Labels, das ist doch sicher riskant. Wie bis du darauf gekommen einen solchen (ziemlich coolen) Streetwear Shop zu eröffnen?

Christian: Die Idee zu LIMITEES kam uns bei unserer Arbeit an SELEKKT.COM, einem Onlinemagazin für T-Shirts, das wir seit über 2 Jahren betreiben.
Hier featuren wir genau die kleinen und unbekannten Labels, die man sonst nur schwer oder umständlich in den einschlägigen Läden kaufen kann.
Meistens, weil sie sich keine große Vertriebsstruktur leisten wollen oder können.
Gleichzeitig sind das aber genau die Sachen, die die kreativsten Ideen, Prints und Schnitte haben. Oft haben uns unsere Leser daher verzweifelt gefragt, wo man diese Sachen kaufen kann. Was lag also näher, als hier aktiv zu werden? Und für uns (ich bin selbst Grafikdesigner) ist es immer noch das Größte, wenn hier z.B. neue Sachen aus Skandinavien reinkommen und wir das Paket endlich aufmachen dürfen…

Max: Du lebst und arbeitest ja in Mainz, was hälst du von dem Streetstyle dort?

Christian: Mainz und Streetstyle?! Ich glaube, die Begriffe kennen sich gar nicht! (Lacht).

Nein, im Ernst, Mainz hat sich in den letzten Jahren ganz schön gemacht, wir sind immerhin eine Uni-Stadt und langsam haben die Leute kapiert, dass auch hier was geht. Außerdem ist Frankfurt um die Ecke, dort ist jedes Jahr die BRIGHT Tradeshow mit allen großen und kleinen Streetfashion Labels.
Dass wir in Mainz sind, liegt daran, dass ich hier aufgewachsen bin und studiert habe – unter anderem zusammen mit Stefan von WEMOTO und Falko von Le Sucre. Mainz ist also die hidden german Hochburg of T-Shirt styles!

Max: Mainz wird also nach Berlin die neue Modehauptstadt ;) Wie wärs mit einem Streetstyle Mainz Blog?

Christian: Genau, warum eigentlich nicht;-)? Lass uns in einem Jahr nochmal drüber reden – wenn die Berliner nach Mainz gezogen sind;-)

Max: Wenn man sich Streetstyle Blogs aus anderen Ländern Europas anschaut wie z.B. Stockholm oder Copenhagen sieht man doch Leute, die sich dort viel Leute mehr trauen Etwas Auffallendes an zuziehe, findest du, dass der deutsche Streetstyle noch etwas “vorsichtiger” ist?

Christian: Ja, das würde ich auf jeden Fall noch sagen. Ich sehe ja auch, welche von unseren Sachen wir wohin schicken. Gerade die “lauteren”, auffälligen Sachen gehen meistens in die größeren Städte, vieles auch ins Ausland. Ich finde aber auch, dass sich in Deutschland in dem Bereich gerade ganz schön was tut. Das sieht man ja auch an den ganzen Blogs, die sich mit dem Thema beschäftigen und an der Zahl der Labels, die täglich neu auf den Markt kommen. Das hätte vor drei, vier Jahren keiner so erwartet.

Max: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit LIMITEES.COM.

Getagged mit: limiteesmainz
 

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